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Additive Fertigung als Wachstumsmotor
Unter der Überschrift „Transformation im Mittelstand – Fokus 3D-Druck. Additive Fertigung als Wachstumsmotor“ versammelten sich am 6. Februar 2026 zahlreiche Fach- und Führungskräfte im FUX Festigungs- und Expansionszentrum in Karlsruhe. Veranstaltet vom Automotive Engineering Network und unterstützt vom Verein Deutscher Ingenieure (VDI), bot die Fachtagung einen umfassenden Einblick in den aktuellen Stand des industriellen 3D-Drucks und zeigte eindrucksvoll das Potenzial der additiven Fertigung für kleine und mittlere Unternehmen (KMU).
Bereits in den Grußworten von Torben Stieglitz (Wirtschaftsförderung Stadt Karlsruhe) und Sieglinde Walz (Automotive Engineering Network) wurde deutlich: Die Transformation des Mittelstands ist eng mit technologischer Innovationsfähigkeit verknüpft – und additive Fertigung spielt dabei eine Schlüsselrolle.
Additive Fertigung: Vom Hype zur industriellen Praxis
Den fachlichen Auftakt gestaltete Prof. Dr. Christian M. Seidel von Wohlers Associates mit aktuellen Marktzahlen und internationalen Entwicklungen. Der globale Markt für additive Fertigung bewegt sich inzwischen bei rund 20 Milliarden US-Dollar – mit dynamischem Wachstum und zunehmender Relevanz für die Serienproduktion. Deutschland nimmt dabei eine starke Position ein, gestützt durch seine industrielle Basis und die enge Verzahnung von Forschung und Anwendung.
Nikolai Zaepernick von EOS GmbH unterstrich: „Der industrielle 3D-Druck ist in der Produktion angekommen.“ Unternehmen bewerten die Technologie heute nüchtern und setzen sie gezielt dort ein, wo sie wirtschaftlichen und strategischen Mehrwert bietet. Der anfängliche Hype ist einer realistischen, produktionsnahen Nutzung gewichen.
Konkrete Anwendungen statt Leuchtturmprojekte
Insgesamt zwölf Referentinnen und Referenten aus Industrie, Technologie und Forschung präsentierten praxisnahe Anwendungsbeispiele – von additivem Microguss über Low-Cost-Automation bis hin zu Prozessoptimierungen im Maschinenbau.
Dr. Johannes Lohn von PROTIQ GmbH zeigte, wie digitale Marktplatzlösungen additive Fertigung dezentral, flexibel und lieferkettensicher organisieren können. Lukas Götz (Götz Maschinenbau GmbH & Co. KG) demonstrierte live, wie additiv gefertigte Hilfsmittel Montageprozesse signifikant beschleunigen.
Auch der Sondermaschinenbau profitiert: Marcel Mönich von Hytron GmbH erläuterte, wie sich Entwicklungszeiten verkürzen und Ersatzteilstrategien optimieren lassen – mit Amortisationszeiten von wenigen Wochen.
Ein besonderes Augenmerk lag auf der Digitalisierung als übergreifendem Trend. In Kombination mit benutzerfreundlichen Produktkonfiguratoren ermöglicht additive Fertigung zunehmend kundenindividuelle Produktion in größeren Stückzahlen und zu wettbewerbsfähigen Kosten. Der Trend geht klar weg von isolierten Leuchtturmprojekten hin zur konsequenten Integration additiver Verfahren entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
Mittelstand als Innovationstreiber
Die intensiven Diskussionen während der Networking-Pausen und beim abschließenden Get-together zeigten deutlich: Gerade der Mittelstand ist prädestiniert, die Potenziale des industriellen 3D-Drucks strategisch zu nutzen. Kurze Entscheidungswege, hohe Spezialisierung und Kundennähe schaffen ideale Voraussetzungen für die Implementierung additiver Fertigung.
Fazit der Veranstaltung:
Wer 3D-Druck gezielt einsetzt, kann nicht nur Kosten senken, sondern vor allem Wachstum generieren, Lieferketten flexibilisieren und seine Innovationskraft nachhaltig stärken. Additive Fertigung ist kein Zukunftsthema mehr – sie ist ein strategisches Werkzeug für die Transformation des Mittelstands.
Weitere Informationen zur Veranstaltung und zu kommenden Formaten finden Sie unter: www.ae-network.de
Kontakt:
Automotive Engineering Network e. V.
Zähringer Str. 65a
76133 Karlsruhe
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