Am 6. November 2025 fand in Barcelona das Final Event des EU‑Projekts URBANE statt – eingebettet in den Urban Logistics Innovation Day und parallel zu ausgewählten Programmpunkten des Smart City Expo World Congress. Gastgeber war die Área Metropolitana de Barcelona (AMB), gemeinsam mit den Partnerorganisationen POLIS Network, ETP‑ALICE, INLECOM und EIT Urban Mobility.
Das Event brachte Entscheidungsträger aus Stadtverwaltung, Logistikbranche, Wissenschaft und Technologieentwicklung zusammen, um gemeinsam Wege zu diskutieren, die letzte Meile der urbanen Logistik grüner, smarter und kollaborativer zu gestalten. Angesichts wachsender E‑Commerce‑Volumina und des steigenden Drucks auf städtische Räume standen praxisnahe Lösungen, politische Handlungswege und reale Anwendungsbeispiele im Mittelpunkt.
Ein wiederkehrendes Thema des Tages war der Übergang von isolierten Einzelinitiativen hin zu integrierten, daten‑ und gemeinschaftsgetriebenen Ökosystemen. Das URBANE‑Projekt stellte beeindruckende Ergebnisse aus seinen Lighthouse Living Labs vor, darunter Helsinki, Valladolid, Thessaloniki und Bologna. Zudem präsentierten die Digital Twin Cities Karlsruhe und Barcelona, wie die Kombination aus physischen Pilotmaßnahmen (z. B. Paketstationen, autonome Zustellroboter) und digitalen Werkzeugen dazu beitragen kann, Emissionen zu reduzieren, zurückgelegte Distanzen zu verringern und die Akzeptanz in der Bevölkerung zu steigern.
Besonderes Augenmerk galt den im Projekt entwickelten digitalen Tools, die es erlauben, Szenarien zur Platzierung von Paketstationen, Routing‑Strategien und operativen Abläufen virtuell zu simulieren, ohne teure reale Feldtests durchführen zu müssen. Ein weiterer Schwerpunkt war das Konzept „Logistics‑as‑a‑Service“ (LaaS). Hier zeigte das Projekt GREEN‑LOG, wie intelligente Marktplätze und dynamische Preisgestaltung Bürger:innen zu nachhaltigeren Lieferoptionen bewegen können. Eine Erkenntnis aus Mechelen und Gent war, dass Menschen durchaus länger warten, wenn die Umwelt‑ und Kostenvorteile klar kommuniziert werden – ein wichtiges Ergebnis im Kontext der verbreiteten Erwartung nach sofortigen Lieferungen.
In Panels und Breakout‑Sessions wurde die Bedeutung von Vertrauen, Governance‑Strukturen und offenem Datenaustausch betont. Städte wie La Rochelle, Braga und Mechelen unterstrichen die Notwendigkeit offener Standards – speziell für Paketstationen – und neuer Governance‑Modelle, die öffentliche Ziele mit Effizienz im Privatsektor verbinden. Werkzeuge wie der Data Space und das Urban Radar zeigten auf, wie Städte endlich granulare Daten zur Steuerung von Ladezonen, Mikro‑Hubs und logistischem Bedarf erhalten können.
Auch Fahrradlogistik spielte eine zentrale Rolle: Piloten aus Barcelona und Logroño zeigten, dass Lastenräder, unterstützt durch RFID‑Technologien und strategisch platzierte Paketstationen, die urbane Zustellung besonders in dichten historischen Zentren sauberer und effizienter machen können.
Der abschließende Policy Panel machte deutlich: Skalierung von Innovation erfordert politischen Willen, klare Regulierung und Geschäftsmodelle, die sowohl großen als auch kleineren Akteuren dienen. Von Smart Contracts bis zu nationalen Standards für Locker‑Netzwerke – die nächste Phase der urbanen Logistikinnovation in Europa wird maßgeblich davon abhängen, wie breit die Lösungen, die in Barcelona präsentiert wurden, adoptiert werden.
Offizielle Präsentationen und die Agenda des Final Events: Urban Logistics Innovation Day & URBANE Final Event: Cities, Data, and Collaboration Driving the Future of Last-Mile Delivery | Urbane