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Autonome Intelligenz für die Schiene überzeugt

Future Mobility Award 2026“ in Karlsruhe geht an „Futurail“

„Großartig, dass wir diese Auszeichnung erhalten“, freut sich Maximilian Schöffer, Mitgründer und CCO von „Futurail“: „Es ist eine Wertschätzung unserer bisherigen Arbeit und es unterstützt uns auf unserem weiteren Weg, bei unserer Vision“. Das deutsch-französische Deep-Tech-Startup „Futurail“ mit Sitz in München und Straßburg wurde mit dem „Future Mobility Award 2026“ (FMA) in Karlsruhe ausgezeichnet. Der innovative Lösungsansatz überzeugte die Jury vor allem durch seine hohe Praxisnähe: „Futurail“ bringt Autonomie auf die Schiene, setzt dabei konsequent auf nachrüstbare Technologie für bestehende Flotten ebenso wie auf Integration in Neufahrzeuge.

Maximilian Schöffer, Mitgründer und CCO, und Filipa Menezes, Founders Associate, von „Futurail“
Karlsruhes Oberbürgermeister Dr. Mentrup und Elke Zimmer, Staatssekretärin im baden-württembergischen Verkehrsministerium, Maximilian Schöffer, Mitgründer und CCO, und Filipa Menezes, Founders Associate, von „Futurail“
Preisverleihung Auf der Bühne: Elke Zimmer, Staatssekretärin im baden-württembergischen Verkehrsministerium

Innovation für die Schiene

Das 2023 von Branchenexperten gegründete Unternehmen treibt den Schienenverkehr mit KI-gestützten Systemen gezielt voran. Ziel ist, Zugverkehre zuverlässiger zu machen, Taktfrequenzen zu erhöhen und Betriebskosten zu senken. Gleichzeitig adressiert die Lösung eine der drängendsten Herausforderungen der Branche: den zunehmenden Lokführermangel. Sie unterstützt dazu auch die verkehrspolitisch gewünschte Verlagerung von der Straße auf die Schiene.

„Der Fahrermangel in der Verkehrsbranche ist ein ernstes Problem, das Stabilität und Zuverlässigkeit des Nah- und Fernverkehrs beeinträchtigt“, heißt es in der Begründung der Jury. Neben klassischen Maßnahmen zur Personalgewinnung seien Verkehrsunternehmen zunehmend gefordert, autonome Technologien voranzutreiben und strukturelle Engpässe auch technologisch zu adressieren. Die technologischen Grundlagen dafür existieren seit einiger Zeit. Mit dem „Future Mobility Award 2026“ werde nun ein Unternehmen ausgezeichnet, das nicht nur Visionen für die Mobilität von morgen formuliere, sondern diese bereits heute gemeinsam mit internationalen Partnern in die Umsetzung bringe.

Lösung überzeugt die Jury

„Futurail“ habe die Jury mit einer Lösung überzeugt, „die nicht nur auf Betriebshöfen oder in Hafengebieten eine Zertifizierung erhalten wird, sondern uns allen künftig auch auf gewöhnlichen Bahnstrecken begegnen wird“, so die Jury. Die Lösung könne damit zu einer europäischen Antwort auf zahlreiche autonome Entwicklungen insbesondere in Asien werden. Ein Einsatz der Technologie sei grundsätzlich auch für komplexe Netze wie in Karlsruhe mit Straßenbahn-, Stadtbahn- und Bahnverkehren denkbar und perspektivisch auf vielen europäischen Strecken übertragbar. Dass mit „Futurail“ ein grenzüberschreitend aufgestelltes Unternehmen ausgezeichnet wird, unterstreiche zugleich die wachsende Bedeutung europäischer Kooperationen in Schlüsselbranchen wie der Mobilität.

Verliehen wurde der „Future Mobility Award“ erneut im Rahmen der IT-TRANS in der Messe Karlsruhe, einem der international führenden Branchentreffpunkte für die digitale Transformation im öffentlichen Verkehr. Im Fokus stehen dort unter anderem Künstliche Intelligenz, Cybersecurity, digitales Ticketing und Datenstandards. Der Award steht unter der Schirmherrschaft des Ministeriums für Verkehr Baden-Württemberg und würdigt Startups, die mit innovativen und nachhaltigen Lösungen die Mobilität von morgen gestalten. „In Karlsruhe ist Zukunft und Innovation“, so Winfried Hermann, Verkehrsminister von Baden-Württemberg, in seinem Grußwort: „Die Branche braucht diese neuen Ideen!“

Innovationen erhalten eine sichtbare Plattform

Ziel des 2020 erstmals vergebenen internationalen Preises ist es, jungen Unternehmen in Karlsruhe, der Stadt der Mobilität, eine sichtbare Bühne für zukunftsweisende Entwicklungen im Verkehrssektor zu bieten, unterstrich Karlsruhes Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup, denn Karlsruhe sei seit rund 150 Jahren eine Stadt der neuen Ideen. Von der IT-TRANS gehe für die nächste Stufe der Mobilität mit dem Award ein Zeichen aus, so Dr. Mentrup und Elke Zimmer, Staatssekretärin im baden-württembergischen Verkehrsministerium

Verliehen wird der mit 5.000 Euro dotierte Award von der Wirtschaftsförderung der Stadt Karlsruhe, dem aen – automotive. engineering. network e.V., der Messe Karlsruhe sowie der NahverkehrsPraxis / Fachverlag Dr. H. Arnold GmbH. Das Unternehmen „init“ unterstützt den Preis als Sponsor, das „KAMO: Karlsruhe Mobility Leistungszentrum“ als Partner.

Europäische Mobilitätsbranche zeigt innovative Bandbreite

Die zahlreichen Bewerbungen unterstreichen auch 2026 die hohe Innovationsdynamik der europäischen Mobilitätsszene. Startups aus ganz Europa reichten Lösungen ein, die den öffentlichen Verkehr effizienter, digitaler und resilienter machen sollen. In der Finalrunde präsentierten sich sieben Unternehmen.

Neben dem Gewinner „Futurail“ sowie dem erstmals vergebenen „Future Mobility Award – Special Recognition for Digital Sovereignty“ für „Digitransit“ aus Finnland, eine Open-Source-Plattform für regional anpassbare multimodale Reiseplanung auf Basis offener Daten, die unter anderem bereits im Pforzheim-Enzkreis, Ludwigsburg, Aachen und Herrenberg im Einsatz ist, erreichten folgende Unternehmen die Endrunde:

  • Das 2018 in Polen gegründete Startup „Autonomous Systems“, das Busse mithilfe kombinierter Lidar-, Kamera-, Radar- und Positionssensorik autonom in definierten Umgebungen navigieren lässt.
  • „Electric Oasis“ aus dem Elsass, gegründet 2023, mit modularen EV-Ladelösungen, die ohne aufwendigen Tiefbau innerhalb weniger Tage installiert und flexibel skaliert werden können.
  • Das Tech-Startup „Novality“ aus Sevilla mit smarten urbanen Mobilitäts- und Infrastrukturlösungen, insbesondere gesicherten Parkstationen für Fahrräder und E-Tretroller.
  • Die „Stadt.Land.Netz SLN GmbH“ aus Dresden mit Planungs- und Managementlösungen für Verkehrsunternehmen, öffentliche Verwaltungen und Bildungsträger, insbesondere im ländlichen Raum und Schülerverkehr.
  • Das Berliner Technologieunternehmen „Zaubar UG“, spezialisiert auf Augmented Reality und KI-gestützte immersive Anwendungen unter anderem für Tourismus, Kultur und Events.

Starkes Signal von Karlsruhe

Der „Future Mobility Award“ rückt diese Mobilitäts-Vordenker ins Rampenlicht, stärkt junge Unternehmen als wichtige Innovationstreiber der Branche. Die ausgezeichneten Ansätze zeigen, wie technologische Innovation, betriebliche Umsetzbarkeit und europäische Zusammenarbeit zunehmend zusammenfinden, ein entscheidender Baustein für zukunftsfähige Mobilitätssysteme.

Infos rund um Preis und Preisträger unter www.future-mobility-award.de